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ATCOST21

Foto: Zum Tunneleingang abfallende Baugrube mit einsatzbereiter Tunnelvortriebsmaschine, Baumaschinen und gelagerten Baumaterialien, dazwischen einzelne Arbeiter
Daten und Fakten
Firma G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft m.b.H., kaufmännische Federführung in der Arbeitsgemeinschaft ATCOST 21 mit PORR Bau GmbH und PORR GmbH & Co. KGaA, ÖSTU Stettin und Swietelsky
Auftraggeber DB Netz AG, vertreten durch DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH
Stadt/Land Stuttgart - Deutschland
Projektart Tunnelbau
Bauzeit 11.2018 - 02.2024

Neues Hochgeschwindigkeitsnetz für Europa.

Die Neubaustrecke Stuttgart–Ulm ist Teil der 1.500 km langen Magistrale für Europa. Nach Fertigstellung des Gesamtprojekts wird das Hochgeschwindigkeitsnetz Städte und Regionen mit insgesamt 34 Mio. Einwohnern und 16 Mio. Arbeitsplätzen in fünf Ländern verbinden. Direkt an dieser West-Ost-Achse – einer Verbindung der Metropolen Paris, Straßburg, München und Wien mit Bratislava und Budapest – liegen auch die deutschen Städte Stuttgart, Karlsruhe und Ulm. Die Strecke wird damit eine wichtige Stütze für die ökonomischen, politischen und kulturellen Beziehungen zwischen West- und Osteuropa bilden.

Das ambitionierte Großprojekts umfasst nicht nur Schienenwege, sondern auch eine Vielzahl an weiteren Baumaßnahmen. Neben Ingenieurbauwerken und dem Neu- bzw. Umbau von Bahnhofsanlagen ist ein umfangreiches Städtebauprojekt mit mehreren Hoch- und Tiefbauwerken geplant. Einen wesentlichen Teil des Gesamtprojekts bildet ein Tunnelgroßauftrag. Der Zuschlag dafür ging an das Austrian Tunnel Consortium Stuttgart 21 (ATCOST21) unter Federführung der PORR und mit wesentlicher Beteiligung von Hinteregger.

Los 1A.

Der 9,05 km lange Fildertunnel besteht aus zwei parallel geführten Einspurröhren und verbindet den Südkopf des neuen Tiefbahnhofs in Stuttgart mit der Filderebene. Dabei ist der neue Tunnel in drei Teile gegliedert.

  • Der Obere Fildertunnel wird in TVM Technologie mit Hilfe einer Schildmaschine im Multi-Mode aufgefahren.
  • Der Mittlere Fildertunnel soll auf einer Länge von 1,1 km den Oberen und den Unteren Bunten Mergel durchqueren und wird in NÖT Bauweise (Neue Österreichische Tunnelbauweise) realisiert.
  • Der Untere Fildertunnel, mit einer Länge von 4,1 km, wird den anhydritführenden unausgelaugten Gipskeuper durchqueren. Das erfordert den Umbau der eingesetzten TVM zu einer offenen Schildmaschine.

Los 1B.

Die Zuführung Ober-/Untertürkheim wird mit ihren zwei parallel geführten Einspurtunneln die Südausfahrt des neuen Tiefbahnhofs mit der bestehenden Strecke verbinden. Auch hier setzt die PORR auf die bewährte NÖT Bauweise. Die Zuführung besteht aus einem Haupttunnel, der vom Verzweigungsbauwerk am nördlichen Ende des Unteren Fildertunnels in Richtung Osten bis zu den Verzweigungsbauwerken Wangen führt.

Kurz vor Wangen liegt der Zwischenangriffschacht Ulmer Straße, über den der Haupttunnel nach Westen und Osten bis zu den Verzweigungsbauwerken Wangen ausgebrochen wird. Von Wangen führt ein Ast in Richtung Norden, wo er nach etwa 1 km die offene Bauweise der Baugrube Untertürkheim erreicht. Ein zweiter Ast führt von der Verzweigung Wangen nach Südost und endet nach knapp 1,4 km in der Baugrube Obertürkheim.