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Limberg III

Foto: Baumaschinen bei Ausbruchsarbeiten in einer großen, sehr hohen Felskaverne
Daten und Fakten
Firma G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft m.b.H., kaufmännische GF und Co TGF in der Arbeitsgemeinschaft ALIII mit PORR Bau GmbH, Marti TUAG und Marti GmbH
Auftraggeber Verbund Hydro Power GmbH
Stadt/Land Kaprun - Österreich
Projektart Kraftwerksbau, Untertagebau
Bauzeit 04.2021 - 06.2025

Kapazitätserhöhung im Pumpspeicherkraftwerk.

Die VERBUND Hydro Power GmbH, kurz VHP, errichtet im Kapruner Tal ab Sommer 2021 das Pumpspeicherwerk Limberg III und baut damit die Gesamtleistung der Kraftwerksgruppe Glockner–Kaprun weiter aus. Unsere Bietergemeinschaft, bestehend aus Hinteregger, der PORR und Marti, ist aus dem Verhandlungsverfahren als Bestbieterin hervorgegangen. Wir konnten dabei mit unseren Referenzen im untertägigen Kraftwerksbau, mit unserem hauseigenen Know-how im Bereich TBM, kurz für Tunnelbohrmaschine, und mit den damit in Zusammenhang stehenden Angebotsalternativen punkten.

Deutliche Leistungssteigerung für die Kraftwerksgruppe.

Die Kraftwerksgruppe Glockner–Kaprun besteht aus dem Kraftwerk Kaprun Hauptstufe und dem Kraftwerk Kaprun Oberstufe, mit einer installierten Gesamtleistung von 353 MW und einer Jahreserzeugung von 671 GWh, sowie aus dem 2011 in Betrieb genommenen Pumpspeicherwerk Limberg II (PSW Limberg II) mit einer Leistung von 480 MW. Limberg III soll zukünftig eine zusätzliche installierte Leistung von 480 MW im Turbinen- und im Pumpbetrieb aufweisen.

Das neue Kraftwerk wird die vorhandenen Jahresspeicher Mooserboden als Oberbecken sowie Wasserfallboden als Unterbecken nutzen. Somit sind keine neuen Speicherbecken erforderlich. Die neu zu errichtenden baulichen, maschinellen und elektrischen Kraftwerkseinrichtungen werden in einem ausgeklügelten unterirdischen Kavernen-, Stollen- und Bauwerkssystem angeordnet.

Tunnelbau an alter Wirkungsstätte.

Für Hinteregger und die PORR bedeutet das Projekt eine Rückkehr an einen traditionsreichen Einsatzort. Bereits bei der Errichtung der Hauptstufe vor mehr als 70 Jahren waren beide Unternehmen beteiligt. Aber auch für das in den Jahren 2006 bis 2011 errichtete Vorgängerprojekt Limberg II durften wir gemeinsam federführend die technischen und kaufmännischen Baumeisterarbeiten abwickeln.

Wir freuen uns auf eine neue spannende Aufgabe im hochalpinen Gelände und sind uns der großen Herausforderung bewusst. Insbesondere die Arbeiten auf bis zu über 2.000 m Seehöhe mit Bauteilen, welche im Winter nur per Seilbahn oder Hubschrauber erreicht werden können, führen zu komplexen Anforderungen in Sachen Arbeitsvorbereitung und Baustellenlogistik. Auch stellt die Arbeit in diesem exponierten Projektgebiet eine hohe Beanspruchung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Gleichzeitig sind es eben solche herausfordernde Kraftwerksbauprojekte, die für unsere Tunnelbauerinnen und Tunnelbauer Höhepunkte ihrer Karriere markieren.

Offene Hartgesteinstunnelbaumaschinen als Schlüsselgeräte.

Zu den entscheidenden Arbeiten im Projekt zählt der Vortrieb des Triebwasserweges. Dabei kommt unsere hauseigene offene Hartgesteinstunnelbohrmaschine mit einem Bohrdurchmesser von 7,30 m zum Einsatz. Unsere Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt Limberg II fließen in die Planung des Bauprojekts direkt ein und bieten unserer Auftraggeberin zusätzliche Sicherheit.

Einen weiteren wesentlichen Faktor für den Projekterfolg wird der Vortrieb des Schrägschachtes darstellen, der mit einer Neigung von 90 % eine enorme technische Herausforderung darstellt. Die erforderliche Technik bringen die Häuser Hinteregger, PORR und Marti gemeinsam ins Projekt ein. Unsere Erkenntnisse aus dem zur Zeit laufenden Schrägschachtvortrieb bei unserem Projekt Schachterneuerung Rodundwerk I liefern uns wertvolle Aufschlüsse für Planung und Umsetzung.

Aber auch die konventionellen Vortriebe sind entscheidend für die erfolgreiche Projektabwicklung. Hier wird es vor allem auf den Ausbruch der Maschinenkaverne ankommen, deren Ausmaße mit 62 x 25 x 43 m mit denen des Hauptschiffs im Wiener Stephansdom vergleichbar sind.

Ganz besonders motiviert uns, dass wir hier an der Errichtung einer nachhaltigen Investition für die Zukunft beteiligt sind. Gemeinsam mit unserer Auftraggeberin, der Verbund Hydro Power GmbH, liegt unser besonderes Augenmerk auf den umfassenden ökologischen Begleitmaßnahmen. Wir helfen somit die Energieversorgung für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen. Und Limberg III wird auch umwelttechnisch eine positive Bilanz aufweisen.